Rundbrief - Juli 2007

anamed international e.V.

 BITTE KOPIEREN UND WEITERGEBEN, DANKE

Rundbrief von Hans-Martin Hirt, Schafweide 77

71364 Winnenden, T: 07195-910225       anamedhmh(at)yahoo.de     www.anamed.net

Vorstand: Helmut Klein, Ilse Bullinger, Gerd Winkler

SPENDENKONTO: anamed international, Konto 7219069 bei der Kreissparkasse Waiblingen, BLZ 60250010

    Winnenden, im Juli 2007

Jahreslosung 2007: Gott spricht: Siehe ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt Ihrs denn nicht? (Jesaia 43,19)

Liebe Freunde, liebe Mitarbeiter von anamed nah und fern,

Man bat mich zur Jahreslosung eine Ansprache zu halten, das will ich gerne weitergeben!

Eine Jahreslosung ganz im Sinne von anamed, oder? Da wachsen Heilpflanzen in Hülle und Fülle, und wir selber erkennen sie nicht oder werden daran gehindert sie zu verwenden.

Im Zusammenhang sagt uns diese Jahreslosung aber noch viel mehr: Das Kriegsgerät ist zerstört, jetzt ist es Zeit nach vorne zu blicken. Hör auf mit dem Krieg, zeigt Dir die Schöpfung nicht tägliche Überraschungen? Die babylonische Gefangenschaft ist zu Ende, kommt heraus, seht die neuen Möglichkeiten, wenn Gott sagt: "Ich schaffe in der Wüste Wasser, damit ich tränke mein erwähltes Volk." Muss nicht jeder "Entwicklungshelfer" seiner Bevölkerung zurufen: Ihr seid von Gott erwählt, auch wenn Ihr in der Wüste lebt gibt es Chancen auf Wasser, als Zeichen des Überlebens. Oft werde ich gefragt: Hans-Martin, warum müsst ihr denn jeden Tag im Seminar mit einer Andacht beginnen? Meine Antwort ist dann: Wir haben soviele Blumen gefunden, gegen Malaria und Hämorrhoiden und Fußpilz und Durchfall und Rheuma und manchmal gegen Krebs und AIDS: Aber wir haben noch keine Blume gegen den Hass gefunden. Im Flüchtlingslager in Goma/Kongo fand ich eine blinde Frau mit ihrem Kind in einem total verschimmelten Flüchtlingszelt, und sie sagte mir "Hans-Martin ich möchte lebenslang in diesem Zelt bleiben, nie mehr zurück in mein Dorf! Ich bin blind und habe das Massaker nicht sehen können, aber was ich gehört habe das reicht: Ich will mein ganzes Leben in diesem verschimmelten Zelt bleiben!" Deswegen muss es , von uns, von anamed, das Ziel sein, diese Jahreslosung, diesen Vorwurf, in die Tat umzusetzen, ständig etwas Neues zu entdecken, unser Tun, unsere Kultur, unser Wissen ständig neu zu hinterfragen, neue Pflanzen zu entdecken, neue Wege in der Entwicklungspartnerschaft..........

Es gibt ein gutes Vorbild für mich, wie man in der Wüste diese Jahreslosung verwirklichen kann: Paul Gerhard, par excellence ein "Entwicklungshelfer", hat die Jahreslosung umgesetzt! Er wurde vor 400 Jahren geboren, im Jahr 1607...Mit 11 bricht der 30 jährige Krieg aus, mit 12 stirbt sein Vater, mit 14 stirbt seine Mutter, mit 20 wird sein Vaterhaus zerstört, mit 45 stirbt seine Frau, mit 50 wird er arbeitslos, von seinen 5 Kindern überlebt gerade mal eines....

Was wäre Ihre Reaktion, meine Reaktion auf soviel Unglück? Vielleicht: Warum muss mir Gott soviel Verderben schicken.... SOLLT ICH MEINEM GOTT NICHT SINGEN, SOLLT ICH IHM NICHT DANKBAR SEIN? Vielleicht: Mein Unglück ist am größten an Weihnachten, da ist mir zum Heulen ....FRÖHLICH SOLL MEIN HERZE SPRINGEN, DIESER ZEIT DA VOR FREUD, ALLE ENGEL SINGEN. Vielleicht: Von Gott will ich schon zweimal nichts mehr wissen... ICH STEH AN DEINER KRIPPEN HIER O JESU DU MEIN LEBEN

Vielleicht: Bei soviel Mord und Todschlag werde ich ja selber lebensmüde...GEH AUS MEIN HERZ UND SUCHE FREUD/ SCHAU AN DER SCHÖNEN GÄRTEN ZIER...

In der Bibel finden wir Ermutigung, diese Jahreslosung umzusetzen, das Neue zu erkennen:

1. Johannesevangelium 9: Blinde wird geheilt mit Speichel und Erde! Die europäische Pharmaindustrie denkt nur an Patente! Jesus aber und gute Missionsärzte, gute anamed Heiler geben sich selber, so wie Jesus seinen eigenen Speichel gibt....und so wie Jesus Erde verwendet, wollen wir lokale Ressourcen verwenden. Ein Pfarrer sagte zu mir: Herr Hirt, bisher haben wir immer die Wiese um die Kirche gemäht-wir können es nicht mehr, jetzt wissen wir dass das alles Heilpflanzen sind!

2. 2. Jesaja 38: Jesaja heilt den König Hiskia: dieser fürchtet um sein Leben wegen einem Abszess: wird geheilt mit einem Feigenbrei. Meine Erfahrung in Afrika ist: wenn in armen Gegenden jemand einen Abszess hat, dann halten 4 Krankenpfleger den Patienten fest und der Arzt sticht mit dem Skalpell den Abszess auf! Jetzt können wir den Abszess oft mit einer Knoblauchbreiauflage zum Verschwinden bringen......

3. Lukas 10: Der Samariter heilt den Verletzten mit Lebensmittel, nämlich Öl und Wein! Auf einmal werden Lebensmittel zu Arzneimitteln! Wir essen Südfrüchte aus Afrika, aber in afrikanischen Kliniken gibt es keine Südfrüchte sondern Multivitamintabletten aus Europa!

4. Lukas 5: Jesus sagt den Fischern: Klar, natürlich fischt man immer in der Nacht, aber warum probiert Ihr es nicht mal am Tag, auch wenn die andern Euch dann verrückt erklären? Und das Wunder geschieht...Wenn man in Afrika Malaria hat, dann weiß jeder Krankenpfleger: Quinin, Chloroquin und Aspirin. Wenn wir von Heilpflanzen sprechen, halten uns viele "etablierte" Ärzte für verrückt. Kaum war ich letztes Jahrin Tansania angekommen, legte mir eine österreichische Missionarin ein Straßenkind auf meine Knie, unheilbar krank mit Malaria, 41 Grad Fieber trotz aller chemischen Medikamente. Nun hatte ich Artemisiatee von der Kirchengemeinde Pfullingen im Gepäck, habe in der Notsituation die getrockneten Blätter mit Zucker vermischt und dem Kind gerade so in den Mund geschoben. Schon am nächsten Tag hat das Kind Fange gespielt und war bereits fieberfrei......

5.2. Moses 15: Das Volk Israel beklagt sich über bitteres Wasser; Moses wird ein Holz gezeigt, das es genießbar macht.....Wir wissen heute, dass mit diesem Holz der Moringabaum gemeint ist: In der Tat kann man verschmutztes Wasser sauber machen mit diesem Samen! Jeden Tag sterben 5000 Kinder an Durchfall: sie müssten es nicht, wäre ihr Trinkwasser gesäubert worden, was mit Moringa möglich ist.

6. Lukas 9: Jesus predigt für 5000 Menschen, heilt Kranke; und dann stellt sich das Problem des Abendessens. Verzweiflung? Jesus teilt 2 Fische und 5 Brote, und nicht nur werden alle satt, sondern 12 (die heilige Zahl!) Körbe Übrigbleibsel werden aufgelesen: Selbst Müll ist noch heilig! Ich war kürzlich beim Schuhhändler: Er sagt wie geht’s denn so? Wenn nicht, ich hätte da Massai Schuhe! Straßenschuhe für 200 E!!! Ich sage das ist aber teuer! Ja sagt er, "da steckt auch das Geheimnis der Maasais drin, wie man schmerzfrei Hunderte von Kilometer am Stück laufen kann"! Kurz darauf war ich in der Maasai Steppe, und erstand Original Maasai Schuhe, für nur 10 Euro! Mein afrikanischer Mitarbeiter Philip hat selbst das noch als Verschwendung gegeißelt: "Martin warum hast Du 10 Euro bezahlt? Für 1 Euro hätte er sie Dir auch gegeben". Diese Maasai Schuhe, aus völlig abgefahrenen Autoreifen geschnitzt, erinnern mich nun daran, dass auch Müll heilig ist, dass es keinen "Totalschaden" gibt, dass Afrikaner auch aus einer völlig verfahrenen Situation noch etwas Wertvolles herstellen können! 

Jemand sagte: "Ich war immer undankbar dass ich keine Schuhe hatte, bis ich jemand traf der keine Füße hatte...." Letztes Jahr war ich mit Ihrer Hilfe in Angola, wo auf einen Bewohner 2 Landminen kommen, was vor allem den Frauen bei der Feldarbeit zum Verhängnis wird! Eine Frau ohne Füße und Beine quälte sich mit ihrem Rollstuhl von Schlagloch zu Schlagloch und lachte....und ich kann einfach nur weitersagen, seit Angola bin ich "furchtbar dankbar" geworden. Wer von uns wäre dankbar wenn er ab sofort auch nur barfuß laufen müsste.............

Bilder vom Projektbesuch in Goma

Herzliche Einladung

Mehr Informationen über

22. Sept 2007, Samstag: INFO-Treffen für Interessenten, und Jahrestagung 

8. Oktober 2007: Wir ernten gemeinsam Artemisia!

13. Oktober 2007: anamed Ausflug.

 

Ganz herzliche Grüße sendet Euch Euer

Hans-Martin Hirt   (zur Zeit in Juli 2007 in Malawi)

 

 

SEMINARE-VORSCHAU

Afrika: Seminare 2007: Hirt: Juli Malawi.   2008: Kamerun, Tansania, Angola, Mosambik.
Lindsey: 2007: Kenia.   2008: Ghana, Simbabwe.
Ausführliche Einladungen

Deutschland: 8 -10. Februar 2008 anamed PRAXIS SEMINAR - Mehr Informationen
 
(in Korntal bei Stuttgart) NATÜRLICHE MEDIZIN IN DEN TROPEN . Theorie und Praxis der Arzneimittelherstellung, Schwerpunkt Malaria. Sprache: Deutsch, mit Übersetzungen auf Englisch  Referenten: Dr. Hans-Martin Hirt und Dr. Keith Lindsey, Prof. Dr. Schäfer. Beginn Freitag 9 Uhr, Ende Sonntag 17 Uhr. Tageweise Teilnahme möglich, Vollpension möglich. Keine medizinischen Vorkenntnisse nötig. Prospekt bei anamed Winnenden oder unter www.anamed.net.

DANKE!!!

Allen die unermüdlich auf dem Kirchentag in Köln mitgeholfen haben, allen die Vorträge zugunsten unseres Vereins halten, Religionsunterricht usw.! Danke allen Spendern die uns im Jahre 2006 mit 71.275,-- Euro halfen, unsere Arbeit zu tun...Danke allen Organisationen die unsere anamed Gesundheitsstationen und -Seminare mit 42.000 Euro unterstützten! Dieses Geld wurde eingesetzt in Tansania, Kenia, Kongo, Uganda, Angola, Mosambik und Südafrika! Vielen Dank dem ganzen Vorstand und "anamed konkret" Komitee für die Ausarbeitung der Grundlagenpapiere:"Vereinssatzung für ausländische anamed Vereine" und "anamed: Vision und Mission" (erhältlich bei der Jahrestagung). Danke an alle die unseren Gast Philip Mateja aus Tansania so freundlich willkommen hießen!

Weitere Nachricht und Diskussionsmaterial

1. TIPS ZUM ARTEMISIA ERNTEN

2. ECHOS ZU UNSERER ARBEIT

3. EIN ENTWURF ZUR DISKUSSION 1:
ARTEMISIA ANNUA: VERSUCH EINER STANDARDANTWORT ZUM THEMA MALARIAPROPHYLAXE

4. EIN ENTWURF ZUR DISKUSSION 2:
ARTEMISIA ANNUA: VERSUCH EINER STANDARDANTWORT ZUM THEMA KREBS UND AIDS

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