Kamerun 2008

Bilanz der Anamedseminare im Mankon Church Center Bamenda (25. – 31. Mai) und in Mbengwi (3. – 5. Juni)

Bericht von Mitarbeiter Desiré Tchigankong

Am Montag, dem 18. Mai 2008, kommt Dr. Hans-Martin Hirt am Flughafen in Douala an. Ziel seiner Reise ist die Verbreitung der natürlichen Medizin und die Ausbildung der Seminarteilnehmer in den Techniken der Herstellung von Medikamenten und diversen Produkten auf pflanzlicher Basis.

Am 21. Mai erreicht Dr. Hirt Bamenda. Die vorherigen Tage wurden genutzt, um einige medizinische Pflanzen in der Umgebung von Douala zu suchen und um die Instrumente für das Seminar vorzubereiten. Der Empfang durch die Anamed Mitglieder von Bamenda war sehr herzlich. Die Präsentationen/Vorstellungen fanden am 25. Mai im Church Center Mankon statt, der Beginn des Seminars am darauffolgenden Tag.

Dank der Kooperation mit Rev. Samuel Ngnitendem und Schwester Ann-Emmanuel Kinyuy waren verschiedene Besuche vor dem Seminar möglich. Dabei sind besonders auf die Besuche des Gesundheitsministers, des Vertreters der Apotheker der Provinz Nord-West, des Gouverneurs der Provinz Nord-West und eines traditionellen Herrschers, dem Fon Chumba, hinzuweisen. Weiterhin fanden eine Reihe von Gesprächen zwischen Dr. Hirt und den Anamed Mitgliedern von Bamenda statt sowie ein Besuch des Gartens medizinischer Pflanzen der Gruppe Mascott

Der Tag der Eröffnung war gross durch die Anwesenheit des Vertreters des Gouverneurs der Provinz Nord-West, der bereits oben genannten Personen und dem Präsidenten von Anamed Kamerun und Anamed Bamenda. Verschiedene Reden wurden gehalten und das Seminar wurde in Bezug auf die administrativen Normen in Kamerun eröffnet.

Das Seminar began mit einer grossen Diskussion zu dem Thema “Natürliche Medizin, moderne oder konventionelle Medizin und traditionelle Medizin”. Die Seminarteilnehmer lernten Artemisia, Moringa und andere Pflanzen zu kultivieren, Tee aus Artemisia herzustellen, sowie es zu ernte, konservieren und vor allem zu wissen, wie man es einsetzt um verschiedene Krankheiten zu heilen. Das Seminar bot den Teilnehmern ausserdem die Möglichkeit, verschiedene andere Krankheiten heilen zu lernen, unter anderem Hautkrankheiten dank Knoblauchs (allium sativum), des Papayabaums (carica papaya) etc oder Durchfall dank der Herstellung von Lösungen zur oralen Einnahme, die den Wasserhaushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht bringen. Die verbleibenden Tage des Seminars ermöglichten es den Teilnehmern ihren eigenen Solarofen herstellen zu lernen sowie Seifen, Körpermilch und verschiedene Cremes und Tinkturen.

Eine hitzige Diskussion entbrannte über die desaströsen Auswirkungen von aus Quecksilber erzeugten Seifen, wie beispielsweise MEKAKO oder TOP, auf den Organismus und die Umwelt. Der Ansatz von Anamed zur Behandlung von HIV positiven Menschen war auch ein sehr wichtiger Punkt des Seminars.

Das Seminar in Bamenda wurde durch die Anlegung eines Gartens mit rund 50 medizinischen Pflanzen im Mankon Church Center abgeschlossen. Die Ratschläge in Bezug auf die Art und Weise eine Klinik für natürliche Medizin zu schaffen sowie die zu verwendeten Strategien, um die Patienten zu heilen, wurden von Dr. Hirt vermittelt. Die Zusammenarbeit zwischen den Ärzten, sogenannten “Naturheiler” oder traditionellen Heilern wurde auch als eine Notwenigkeit vorgestellt.

Zum Abschluss des Seminars wurden den Teilnehmern Zeugnisse ausgestellt sowie diverse Geschenke übergeben, darunter die Bücher von Anamed, ein Hygrometer und andere unverzichtbare Instrumente, um die verschiedenen Produkte und vor allem die Samen aus medizinischen Pflanzen herzustellen.

Dr. Hirt wurde durch die Anamed Mitglieder von Bamenda zum Fon von Anamed ernannt und erhielt genauso wie seine Assistenten ein Geschenk.

Das Kloster von Mbengwi

Ziel dieses Treffens war es, eine Bilanz mit den Teilnehmern des Seminars vom Mai 2007 zu ziehen und über die Zukunft von Anamed in Kamerun zu diskutieren. Einige ehemalige Teilnehmer sowie die Teilnehmer des Seminars in Bamenda wurden vorgestellt. Dr. Hirt hatte die Möglichkeit, die Philosophie und Ziele von Anamed darzustellen und den Gebrauch von Artemisia annua anamed und von Moringa zu vertiefen. Ein Besuch des Gartens mit medizinischen Pflanzen des Klosters fand unter der Leitung von Vater Joseph Tangka, dem Verantwortlichen vor Ort, statt.

Die Diskussion über die bisherige Arbeit der 1997 gewählten Gruppe „Anamed Kamerun“ war sehr konfliktreich, da es sehr unterschiedliche Ansichten gibt. Die Ortsgruppen forderten ihre Unabhängigkeit, was ihnen von Dr. Hirt bewilligt wurde. Ein Kompromiss konnte gefunden und damit Frieden wiederhergestellt werden.

Am 5. Juni lud Dr. Hirt nachmittags alle Teilnehmer dazu ein, ihr Wissen, dass sie in ihrer Umgebung und in ihren Gemeinden gesammelt haben, mit ihm zu teilen.

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