Ostafrika 2005

von Hans-Martin Hirt

Von Mitte Februar bis Mitte April 2005 war ich in Afrika, und kam aus dem Staunen nicht heraus!

Malawi: Sechs anamed MitarbeiterInnen aus Deutschland und der Schweiz begleiteten das zweiwöchige anamed-Seminar und wir erlebten eine "wunderbare" Zeit: niemand von ihnen wurde ernsthaft krank! Das einzige Problem: Alle wollen wieder zurück nach Malawi, dem "warmen Herz Afrikas".

Unser Seminarhaus lag direkt zu Füssen eines Gebirges, und so hatten wir sauberes Wasser im Überfluss. Nelson, unser anamed Mitarbeiter dort, hatte einen grossen Heilpflanzengarten angelegt und so lernten wir schnell alle lateinischen Pflanzennamen. Zwei Wochen harte anamed Arbeit: Heiner z.B. musste nicht nur dem Seminar folgen, sondern in jeder Pause gleich unzählige Patienten aus der weiten Umgebung behandeln. (Er hat einen ausführlichen Bericht geschrieben, gegen 5€ Porto/Kopierkosten in Briefmarken erhältlich bei ihm: Dr. Kuhn, Ginsterweg 16, 72213 Altensteig).

Die (importierte!) Armut war erschütternd für uns: Die amerikanische Firma Monsanto hatte die Farmer überredet, ihren Genmais auf Kredit zu kaufen. Nun war dieses Jahr eine Dürre (auch das ein importierter Klimawandel!) : Die Leute hatten keine Ernte und konnten somit ihre Schulden nicht begleichen...dafür mussten sie nun ihre Haustüren und Fenster abmontieren und in Zahlung geben!

Medikamente: In den staatlichen Hospitälern fehlt es an allem, und kirchliche Hospitäler sind für 50% der Bevölkerung zu teuer.... So ist der Heilpflanzengarten am Seminarort Chongoni ein Zentrum des Unterrichts und der medizinischen Versorgung geworden....und für die Afrikaner war es ein Wunder, dass sich Europäer so für ihre "Unkräuter" interessieren! Eine Mitarbeiterin schreibt: "Das Wissen um Anbau und Wirkung von Artemisia in Malawi explodiert!"

Mosambik: Zu meinem grössten Erstaunen sind die drei Missionare Elisabeth, Rainer und Marianne in der Sambesi Region voll in die anamed Arbeit eingestiegen, seitdem sie letztes Jahr am Seminar teilgenommen hatten. Man muss sich meine Freude vorstellen: In einer botanisch völlig verarmten Landschaft kommst Du auf einmal in einen Garten, in dem Artemisia noch vor dem Blühtermin 3 m hoch wächst! Sie bilden anamed Mitarbeiter in ihren Dörfern aus und besuchen diese wöchentlich: diese machen dann Heilpflanzengärten mit ihrem eigenen Spaten, produzieren Medikamente in ihren eigenen Kochtöpfen, und werden somit nicht ihrer Kultur entfremdet. Denn der übliche Krankenfleger oder gar Mediziner fürchtet oder gar: ekelt sich nach seiner städtischen Ausbildung vor dem Dorfleben ohne Strom und  Wasserhahnen...

Tansania: Das allergrösste Wunder blieb mir auf das Ende meiner Reise reserviert. Direkt am Viktoriasee hatten wir 10 Tage lang Seminare. Insgesamt 60 sehr aktive AfrikanerInnen nahmen teil! Wir zählten ab: Mehr als 3000 Patienten wurden letztes Jahr von ihnen mit praktisch kostenloser anamed Rezepten behandelt. Ein afrikanischer Arzt aus Dodoma berichtete: Ich musste mit den "Flying doctors" zu einem Katastropheneinsatz nach Rumbek / Südsudan fliegen, ich behandelte viele Kranke mit anamed Medizin und war erstaunt dort eine aktive anamed Gruppe (von unseren früheren Seminaren dort) kennenzulernen! Was für uns neu war: er produziert im Voraus grosse Mengen an anamed Medizin (für Wundpflege, Arthritis, Malaria, Durchfall....) und verwendet diese dann im Katastropheneinsatz. Das ist ein ganz neues Kapitel für uns....zum Ausarbeiten!

Aber das blieb nicht das grösste Wunder: AIDS Patienten berichteten im Seminar über ihr wesentlich verbessertes Leben. Geheimtipp: 1 Monat lang täglich Artemisiatee trinken (aus 5 g Artemisiablätter), dann jeden Monat eine Woche lang die gleiche Dosis. Plus täglich 3 Tee- oder Esslöffel voll Moringa oleifera Blätterpulver bis zum Lebensende. Plus alle Infektionen mit anamed- oder "chemischer" Medizin gleich behandeln. Sie versorgen in Bunda und Musoma etwa 100 Patienten pro Jahr, fast alle erhalten keine antiretroviralen Medikamente, und viele wollten diese extrem teuren Medikamente nicht einmal für geschenkt mehr haben!

Damit stellt diese Pflanze auf einmal unser Gesundheitssystem als solches in Frage, auch in Deutschland! Denn wenn Forschung nur noch in den Händen der Pharmaindustrie liegt, werden nur noch teure und extrem teure Medikamente untersucht. "Billige" wie kostenlose Heilpflanzen werden somit nie untersucht werden, und deren Verwendung also stets als "unwissenschaftlich" abgekanzelt werden. Damit beisst sich die Katze in den Schwanz, oder drastischer: Dieser Teufelskreis dreht sich immer schneller, und immer mehr, nicht mehr nur arme, Menschen werden dabei herausgeschleudert, nicht nur in Afrika!

Warum sollte nicht jeder Mensch auf dieser Welt einige mögliche Malaria / AIDS / Krebsmedikamente selbst im Garten (auf Vorrat) produzieren? Gestern schrieb Keith und ich an WHO und Kofi Annan deswegen, aber von dort erwarten wir keine Wunder!

Immer wieder werden wir gefragt von Freunden oder Freundinnen, ob wir nicht ein ganz konkretes Projekt anbieten könnten; deshalb also

2 Projekte die uns sehr am Herzen liegen!

Und wir danken Euch schon jetzt sehr herzlich.

Ich darf Euch herzlich grüssen: Von den einheimischen Mitarbeitern Philip Mateja (Tansania), Pascoal Cumbane (Mosambik), Nelson Moyo (Malawi), und von den Missionaren Maike Ettling (Tansania), Elisabeth Stoll, Reiner und Conni Thielmann, Marianne Holzmann (Mosambik). 

zurück zu Mitarbeit in Deutschland

[Home] [anamed worldwide] [Donations] [Contact] [English Home Page] [Deutsch Home] [Vision und Mission] [Spende] [Was ist anamed?] [anamed Seminare] [anamed Publikationen] [Artemisia starter-kit] [Malariapflanze Artemisia] [Mitarbeit in Deutschland] [Seminare] [Impressum] [Français] [Italian] [Portuguese] [Spanish]